Longitudinalanalysen zur mathematischen Denkentwicklung von Kindern im Alter zwischen 3 bis 10 Jahren

Seit Januar 2012


Projektleitung:

Prof. Dr. Götz Krummheuer

Dr. Marcus Schütte


Zum Forschungszentrum IDeA und zum Projekt erStMaL

Zur Erforschung individueller Entwicklungs- und Lernprozesse haben das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und die Goethe-Universität das Forschungszentrum IDeA (Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk) gegründet. Die Federführung des Forschungszentrums IDeA liegt beim DIPF und dem IDeA Koordinator Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Leiter der Arbeitseinheit Bildung und Entwicklung. Weitere Hauptantragsteller sind: Prof. Dr. Eckhard Klieme, Leiter der Arbeitseinheit Bildungsqualität des DIPF sowie Prof. Dr. Andreas Gold, Professor für Pädagogische Psychologie, Prof. Dr.  Götz Krummheuer, Professor für Didaktik der Mathematik und Prof. Dr. Ruxandra Sireteanu (†), Professorin für Physiologische Psychologie und Biopsychologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Weitere Informationen zum Forschungszentrum IDeA finden Sie unter: http://www.idea-frankfurt.eu/

In diesem Rahmen leitet Prof. Dr. Krummheuer zusammen mit Prof. Dr. Vogel und Jun.-Prof. Dr. Brandt das Projekt erStMaL (early Steps in Mathematical Learning). Dieses Projekt befasst sich mit der mathematischen Denkentwicklung bei Kindern im Kindergartenalter und beim Übergang zur Grundschule. Innerhalb dieses Projektes leite ich zusammen mit Prof. Dr. Krummheuer das Teilprojekt (Longitudinalanalysen zur mathematischen Denkentwicklung), welches die mathematische Denkentwicklung von Kindern aus dem Vorschulbereich bis zum Übergang in die weiterführenden Schulen rekonstruiert. Weitere Informationen zum Projekt erStMaL sowie Informationen über alle Qualifikationsarbeiten und Mitarbeiter des Projektes erhalten Sie unter:

http://www.idea-frankfurt.eu/wissen/projekte/projekt-erstmal und in Brandt, B., Vogel, R. & Krummheuer, G. (Hrsg.)): Mathematikdidaktische Forschung am "Center for Individual Development and Adaptive Education". Grundlagen und erste Ergebnisse der Projekte erStMaL und MaKreKi (Bd. 1). Münster, New York, München, Berlin: Waxmann 2011


Zum Projekt

Ziel des Projektes Longitudinalanalysen zur mathematischen Denkentwicklung ist die Entwicklung einer mathematikdidaktischen Theorie mathematischer Denkentwicklung von Kindern im Vor- und Grundschulalter. Hierbei soll folgende Forschungslücke geschlossen werden: Es gibt Projekte, die sich der mathematischen Denkentwicklung widmen. Diese beschränken sich jedoch vielfach auf arithmetische oder geometrische Inhalte. Eine Betrachtung der mathematischen Denkentwicklung, die alle gängigen fünf Inhaltsbereiche der Mathematik und deren vielfältige Bezüge bzw. möglichen Übergänge berücksichtigt, lässt sich kaum ausmachen (vgl. Clements, D. H. & Sarama, J. 2005). Insofern geht das Projekt folgender Forschungsfrage nach:

 

Wie entwickelt sich mathematisches Denken vom vorschulischen Bereich bis hin zu den ersten Grundschuljahren mit Berücksichtigung des Gesamtspektrums mathematischer Lernbereiche?

Zur Präzisierung dieser eher globalen Forschungsfrage, gehen wir in dem Projekt zurzeit folgenden erkenntnisleitenden Fragen nach:

1. Lassen sich musterhafte Strukturen zwischen den Kindern und den Begleitpersonen in frühen mathematischen Lernprozessen rekonstruieren ähnlich den aus der Unterrichtsforschung bekannten. Wenn ja, welche?

2. Wie entwickeln sich die mathematisch-argumentativen Fähigkeiten von Kindern im Vorschulalter bis zur Einschulung?

3. Welchen Stellenwert nimmt der mathematische Inhaltsbereich in der frühen mathematischen Denkentwicklung ein?


In Bezug auf das methodische Design der Studie ist die longitudinale Konzeption (Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Jahrgangsstufe 3) sowie die Triangulation von qualitativ rekonstruktiven Methoden und quantitativen Methoden im Sinne eines mixed methods Ansatz kennzeichnend. So wurden anfangs von 277 Kindern ab einem Alter von 3,5 Jahren der HAWIVA III Handlungsteil sowie Daten durch Fragebögen zum sozioökonomischen oder sprachlich-kulturellen Hintergrund erhoben. Weiterhin wurden jedoch auch vielfältige Videoaufzeichnungen von Partner- und Gruppenarbeit mit Begleitperson in Spiel- und Erkundungssituationen  in der Familie, in der Kita und im Hort in allen fünf mathematischen Inhaltsbereichen durchgeführt.